Bei den gestrigen, am 25. August 2026 geführten, Tarifverhandlungen für die rund 95.000 Beschäftigten der deutschen Druckindustrie ist es noch nicht zu einem Abschluss gekommen. Die Gewerkschaft ver.di hat einen Einigungsvorschlag des Bundesverbandes Druck und Medien e. V. (BVDM) abgelehnt. Die Gespräche werden am 7. September 2026 in Hamburg fortgesetzt. 

Zu Beginn der zweiten Verhandlungsrunde verwies die Verhandlungskommission des BVDM erneut auf die schwierige wirtschaftliche Situation vieler Unternehmen der Druckindustrie. Die herausfordernden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und die strukturellen Veränderungen führten zu einer geringen Auslastung in der Branche und damit zu einer deutlich abgesenkten Produktivität. Die Folge seien steigende Firmeninsolvenzen und Betriebsschließungen. Der Spielraum für Tariferhöhungen sei daher geringer als in den Vorjahren. Der BVDM verfolgt das Ziel, „einen für die Unternehmen tragbaren Tarifabschluss zu erreichen" und hatte ver.di gestern einen Einigungsvorschlag gemacht. Das Arbeitgeberangebot sieht zwei lineare Lohnerhöhungen vor: um 1,6 Prozent zum 1. Januar 2027 und um 0,9 Prozent zum 1. Januar 2028 bei einer Laufzeit von 24 Monaten.

Dass ver.di diesen Vorschlag als unzureichend zurückgewiesen habe, sei bedauerlich, ändere aber an den wirtschaftlichen Realitäten nichts. „Unser Angebot ist ein ernsthafter Schritt auf dem Weg zu einem tragfähigen Tarifabschluss. Jetzt kommt es darauf an, miteinander konstruktiv an einer Einigung weiterzuarbeiten statt Positionen zu verhärten. Tarifsteigerungen sind nur in dem Umfang möglich, den die Betriebe auch erwirtschaften können. Am Ende braucht es eine Lösung, die von den Unternehmen finanzierbar ist und von beiden Seiten akzeptiert werden kann,“ fasst der Verhandlungsführer der Arbeitgeber, Dr. Klemens Berktold, die Position der BVDM-Verhandlungskommission zusammen.

Der BVDM (www.bvdm-online.de) ist der Spitzenverband der deutschen Druck- und Medienwirtschaft. Als Arbeitgeberverband, politischer Wirtschaftsverband und technischer Fachverband vertritt er die Positionen und Ziele der Druckindustrie gegenüber Politik, Verwaltung, Gewerkschaften und der Zulieferindustrie. Getragen wird er von acht regionalen Verbänden. International ist der BVDM über seine Mitgliedschaft bei Intergraf und FESPA organisiert. Zur Druckindustrie gehören aktuell rund 6.000 überwiegend kleine und mittelständische Betriebe.