Die dritte Runde der Tarifverhandlungen für die rund 95.000 Beschäftigten der Druckindustrie ist am gestrigen Montag (7. September) in Hamburg zu Ende gegangen. Der Bundesverband Druck und Medien (BVDM), Spitzenverband der deutschen Druckindustrie und die Gewerkschaft ver.di erzielten keine Einigung. Die Verhandlungen werden am 1. Oktober 2026 in Frankfurt am Main mit der vierten Runde fortgesetzt.
ver.di fordert eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um sieben Prozent bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Angesichts anhaltend hoher Preise und der anziehenden Inflation benötigten die Beschäftigten spürbare Einkommenssteigerungen. Aus Sicht der Gewerkschaft haben die Arbeitgeber in Hamburg kein neues, verbessertes Angebot vorgelegt. Für die Arbeitnehmer bliebe ein „Reallohnverlust“.
„Wir sind der Gewerkschaft entgegengekommen und haben verschiedene Lösungs-möglichkeiten eingebracht. Umso bedauerlicher ist es, dass wir heute trotzdem keine Annäherung erreichen konnten“, erklärt hingegen der Verhandlungsführer der Arbeitgeberseite, Dr. Klemens Berktold. Die Druckindustrie stehe weiter unter hohem Veränderungsdruck. Kosten blieben hoch, der Wettbewerb nehme zu und gleichzeitig veränderten sich Märkte, Kunden-anforderungen und Geschäftsmodelle rasant. Viele Unternehmen müssten heute mit deutlich weniger Spielraum wirtschaften als noch vor einigen Jahren. Tarifentscheidungen könnten nicht losgelöst von dieser Realität in den Betrieben getroffen werden.
„Die Arbeitgeber haben deutlich gemacht, dass sie bereit sind, den Beschäftigten entgegenzukommen. Für eine Einigung braucht es aber auch Kompromissbereitschaft auf der anderen Seite,“ so Berktold weiter. „Für einen Tarifabschluss müssen beide Seiten aufeinander zugehen. Jetzt liegt es an ver.di, von ihren Maximalforderungen abzurücken, die für die Betriebe nicht finanzierbar sind, statt die Auseinandersetzung mit Streikaufrufen zu verschärfen.“
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